Auf der Alm begrüßen euch Familie Potschacher mit Team!
Die Zwieselalm über Bad Reichenhall
Allgemein
Die Zwieselalm liegt auf 1386 m oberhalb von Bad Reichenhall auf der Südseite des Staufenstocks am Fuße des Zwiesels. Die Hütte ist unter anderem ein beliebtes Wanderziel für Familien, da der Normalweg nicht im gefährlichen Steilgelände verläuft und vom Wanderparkplatz „Jochberg“ in ca. 1,5 Std. mit Kindern erreichbar ist. Von der Alm genießt man einen freien Tiefblick auf Bad Reichenhall und einen Nahblick auf die Berchtesgadener Alpen. Von Juni bis Oktober wird das Almgelände von Ziegen beweidet. Auf dem Almhang gibt es ebenso einen beliebten Startplatz für Gleitschirmflieger.

Die Ver- und Entsorgung
Da es zur Alm nur einen schmalen Wanderweg gibt, kann kein Lieferfahrzeug bis zur Hütte fahren. Die Lebensmittel und alle anderen Güter werden aufwändig mit dem Rucksack, Tragtier oder Hubschrauber auf die Alm geliefert. Leergut und Müll werden wieder abtransportiert. Selbst das Abwasser und die Trockentoiletteninhalte werden ebenfalls per Heli ins Tal geflogen und der örtlichen Abwasserreinigung zugeführt. Dies ist alles sehr zeit- und kostenintensiv. Deshalb können wir nicht die gleichen Preise wie im Tal anbieten. Wir bitten, dies zu berücksichtigen.

Zukunftsaussichten
Die Zwieselalm ist eine der letzten bewirteten Almen in der Region im Privatbesitz und ohne Fahrweg. Seit über 100 Jahren schon im Familienbesitz, haben wir sie 2018 übernommen und betreiben sie als Berggaststätte – nicht hauptberuflich, sondern aus Leidenschaft. Aber langsam stoßen wir an unsere Grenzen, leider wurde es in den letzten Jahren immer schwerer, diesen Ort am Leben zu erhalten.
Da es keinen befahrbaren Weg zur Alm gibt, sind wir zu Versorgung hauptsächlich auf den Hubschrauber angewiesen. Ein Hubschrauberflug kostet uns pauschal ca. 400 Euro Anflugkosten, jede Flugminute zusätzlich ca. 30 €. Und das mehrere Male pro Saison – für Getränke, Gas, Lebensmittel, Müll- und Abwasserentsorgung.
Zudem versorgt uns manchmal die Bundeswehr mit Tragtieren, aber auch das ist teuer, bürokratisch kompliziert und leider nicht immer verfügbar.
Dazu kommen noch freiwillige Helfer (Träger), die regelmäßig bis zu 35 kg Gepäck, insbesondere frische Lebensmittel, über den steilen Mulisteig nach oben schleppen – ohne Bezahlung. Ohne diese treuen Freunde wäre der Betrieb der Alm schon lange nicht mehr möglich.
Unsere Versorgung ist teuer, aufwendig und körperlich fordernd. Seit 2015 versuchen wir, den bestehenden Weg so auszubauen, dass wir ihn wenigstens mit einem kleinen Quad befahren könnten. Wir ließen, auf Aufforderung der zust. staatl. Behörden, hierfür teure Konzepte erstellen. Diese wurden jedoch ohne Entgegenkommen gnadenlos abgelehnt.
Seit 2024 fliegen wir, auf Grund der geltenden Auflagen, sogar unser gesamtes Abwasser per Helikopter ins Tal und führen es der örtl. Abwasserentsorgung zu. Eine Alternative hierfür gibt es leider nicht, denn der Bau einer Kleinkläranlage ist für uns als privater Familienbetrieb einfach nicht erschwinglich. Alleine die Baukosten verschlingen einen 6-stelligen Betrag, dazu kommen noch Kosten für das Genehmigungsverfahren und die laufende Wartungskosten.
Zudem würde eine Kleinkläranlage bei uns auf Grund der Wasserknappheit voraussichtlich gar nicht funktionieren, da wir zu wenig Wasserdurchfluss haben. Bei uns ist ständiges Wassersparen angesagt, unsere Wasserquelle ist durch die trockenen Sommer schwach.
Beim Thema Auflagen und Vorschriften stoßen wir auch immer wieder an Grenzen. Wir könnten wohl ein Buch darüber schreiben, was wir in den letzten Jahren alles umsetzen mussten: von Bierkästen die aufgrund Hygienevorschriften in abschließbaren Stahlschränken gelagert werden müssen, statt im Keller, über Gefährdungsbeurteilungen, Gutachten, Elektronikprüfungen, Brandschutz, Unbedenklichkeitsbescheinigungen,…
Dann fordert das Bundesumweltamt plötzlich eine Risikoanalyse zum Quelleinzugsgebiet wegen möglicher chemischer Schadstoffe – mitten im Gebirge, unter einem Gipfel, ohne Industrie oder Straßen drumherum. Da fehlen einem manchmal die Worte.
Unser Wasser wird aufwendig gefiltert, UV-Bestrahlt und regelmäßig beprobt.
Es kommen immer mehr Auflagen und immer mehr Investitionen die man dafür tätigen muss – manchmal fühlt es sich nach Schikane an.
Die Hütte steht zudem unter Denkmalschutz, das heißt keine Modernisierung ohne extra Auflagen. Auch das Übernachtungshaus direkt nebenan können wir seit 2015 nicht mehr betreiben, weil neue Brandschutzauflagen gelten. Auch dort wäre eine Umsetzung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes unbezahlbar.
Wir machen das alles nebenberuflich . Unsere freie Zeit opfern wir komplett für die Alm. Schweren Herzens haben wir daher beschlossen, ab Anfang Juni 2026 dauerhaft zu schließen.
Danke an unsere treuen Freunde, an alle, die uns halfen, begleiteten, unterstützten oder einfach vorbeikamen und echtes Interesse zeigten.