Da der Artikel von BGLand24 großes Interesse geweckt hat, möchten wir nochmal ein paar Worte dazu sagen, für alle die nicht die Möglichkeiten haben den Artikel zu lesen.
Die Zwieselalm ist eine der letzten bewirteten Almen in der Region im Privatbesitz und ohne Fahrweg. Seit über 100 Jahren schon im Familienbesitz, haben wir sie 2018 übernommen und betreiben sie als Berggaststätte – nicht hauptberuflich, sondern aus Leidenschaft. Aber langsam stoßen wir an unsere Grenzen, leider wurde es in den letzten Jahren immer schwerer, diesen Ort am Leben zu erhalten.
Da es keinen befahrbaren Weg zur Alm gibt, sind wir zu Versorgung hauptsächlich auf den Hubschrauber angewiesen. Ein Hubschrauberflug kostet uns pauschal ca. 400 Euro Anflugkosten, jede Flugminute zusätzlich ca. 30 €. Und das mehrere Male pro Saison – für Getränke, Gas, Lebensmittel, Müll- und Abwasserentsorgung.
Zudem versorgt uns manchmal die Bundeswehr mit Tragtieren, aber auch das ist teuer, bürokratisch kompliziert und leider nicht immer verfügbar.
Dazu kommen noch freiwillige Helfer (Träger), die regelmäßig bis zu 35 kg Gepäck, insbesondere frische Lebensmittel, über den steilen Mulisteig nach oben schleppen – ohne Bezahlung. Ohne diese treuen Freunde wäre der Betrieb der Alm schon lange nicht mehr möglich.
Unsere Versorgung ist teuer, aufwendig und körperlich extrem fordernd. Seit 2015 versuchen wir, den bestehenden Weg so auszubauen, dass wir ihn wenigstens mit einem kleinen Quad befahren könnten. Wir ließen, auf Aufforderung der zust. staatl. Behörden, hierfür teure Konzepte erstellen. Diese wurden jedoch ohne Entgegenkommen gnadenlos abgelehnt.
Seit 2024 fliegen wir, auf Grund der geltenden Auflagen, sogar unser gesamtes Abwasser per Helikopter ins Tal und führen es der örtl. Abwasserentsorgung zu. Dies belastet uns nochmal mit mehreren Tausend Euro im Jahr zusätzlich. Eine Alternative hierfür gibt es leider nicht, denn der Bau einer Kleinkläranlage ist für uns als privater Familienbetrieb einfach nicht erschwinglich. Alleine die Baukosten verschlingen einen 6-stelligen Betrag, dazu kommen noch Kosten für das Genehmigungsverfahren und die laufende Wartungskosten.
Zudem würde eine Kleinkläranlage bei uns auf Grund der Wasserknappheit voraussichtlich gar nicht funktionieren, da wir zu wenig Wasserdurchfluss haben. Bei uns ist ständiges Wassersparen angesagt, unsere Wasserquelle wird durch die trockenen Sommer immer schwächer, die Wassermenge reicht kaum noch.
Beim Thema Auflagen und Vorschriften stoßen wir auch immer wieder an Grenzen. Wir könnten wohl ein Buch darüber schreiben, was wir in den letzten Jahren alles umsetzen mussten: von Bierkästen die aufgrund Hygienevorschriften in abschließbaren Stahlschränken gelagert werden müssen, statt im Keller, über Gefährdungsbeurteilungen, Gutachten, Elektronikprüfungen, Brandschutz, Unbedenklichkeitsbescheinigungen,…
Dann fordert das Bundesumweltamt plötzlich eine Risikoanalyse zum Quelleinzugsgebiet wegen möglicher chemischer Schadstoffe – mitten im Gebirge, unter einem Gipfel, ohne Industrie oder Straßen drumherum. Da fehlen einem manchmal die Worte.
Unser Wasser wird aufwendig gefiltert, UV-Bestrahlt und regelmäßig beprobt, auch hierdurch entstehen hohe laufende Kosten für uns. Und dann kommen immer mehr Auflagen und immer mehr Investitionen die man dafür tätigen muss – manchmal fühlt es sich nach Schikane an. Die Hütte steht zudem unter Denkmalschutz, das heißt keine Modernisierung ohne extra Auflagen. Auch das Übernachtungshaus direkt nebenan können wir seit 2015 nicht mehr betreiben, weil neue Brandschutzauflagen gelten. Auch dort wäre eine Umsetzung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes unbezahlbar.
Steigende Kosten, immer neue Auflagen und leider sinkende Einnahmen. Obwohl immer mehr Menschen auf den Berg gehen, kehren weniger bei uns ein. Viele bringen ihre eigene Brotzeit mit, kaufen sich vielleicht ein Getränk. Das Leben ist teurer geworden und die Leute müssen sparen, das merken wir. Wir können nicht die gleichen Preise wie im Tal anbieten, aber viele Leute sind nicht bereit unsere Preise zu zahlen. Wenn man den finanziellen Aufwand berücksichtigt, müssten wir eigentlich noch mehr verlangen – aber sobald wir die Preise erhöhen, brechen die Einnahmen weiter ein.
Wir machen das alles nebenberuflich . Unsere freie Zeit opfern wir komplett für die Alm. Und finanziell wird es leider immer enger. Wir lieben unsere Alm – aber wir können uns auf Dauer nicht verschulden, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Deswegen werden wir schweren Herzens ab Anfang Juni 2026 dauerhaft schließen.
Denn auch wenn alles schwer ist, unser Herz hängt an der Alm und wir würden gerne weitermachen.
Danke an unsere treuen Freunde, an alle, die uns halfen, begleiteten, unterstützten oder einfach vorbeikamen und echtes Interesse zeigten.